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Posts Tagged ‘Spontis Weblog’

Im Januar wurde auf www.spontis.de eine
Mitmachaktion ins Leben gerufen, die sich
hauptsächlich an Blogger aus der schwarzen
Szene richtete. Im Rahmen des Projektes
gab es daher jeden Monat eine neue
themenbezogene Frage. Leider ist dies
nun der finale Artikel, danach ist die
Sache offiziell abgeschlossen.


+ Foto : Incarda DesEYEn +

Die Frage im Dezember lautet :
Subkultur in Euerer Stadt – wo kommt
Ihr her, wo geht Ihr hin ?


Ladenburg, die Kleinstadt zwischen Mannheim
und Heidelberg, in der ich wohne, ist zwar
wirklich wunderschön anzuschauen und ein
ausgesprochen netter Ort zum Leben –
Gothics gibt es aber hier nur vereinzelt
und somit auch keine regulären Treffpunkte
für die schwarze Szene. Manchmal entdecke
ich allerdings verräterische Aufkleber an
Autoheckscheiben, was mir dann ein kleines
Lächeln ins Gesicht zaubert. 🙂

Für die alternativ angehauchte Jugend gibt
es immerhin eine Location namens „Die Kiste“.
Für mich ist dies natürlich keine Option.
Nicht schlecht ist die Veranstaltung „Rock
at Church“, die einmal jährlich im Rahmen
des hiesigen Altstadtfestes vor der
evangelischen Kirche stattfindet und bis
in den späten Abend hinein andauert. Alles
weitere ergibt sich für dunkle Gestalten wie
mich eher außerhalb Ladenburgs.

Das MS Connexion ist für meinen Freund
und mich beispielsweise ein guter Anlaufpunkt,
wenn sich die regionale Szene an jedem ersten
Samstag im Monat zum „Superschwarzen
Mannheim“ einfindet. Die Preise könnten
lediglich etwas moderater sein, der Eintritt
ist meiner Meinung nach wahnsinnig teuer.
+ -> www.msconnexion.de +

Den Event „Schwarzes Schwimmbad“,
der einmal monatlich im Schwimmbad Club
in Heidelberg angeboten wird, frequentieren
wir ebenfalls gerne. Die feiernde Subkultur
trifft sich hier – wie auch in Mannheim –
auf mehreren Floors und wer zwischendurch
mal eine Pause braucht, der zieht sich in
die „Chill out area“ zurück, die sich in
der obersten Etage befindet.
+ -> www.schwimmbad-club.de +


+ Im Schwimmbad Club in Heidelberg +

Ein schönes Ambiente mit Gewölbekeller
bietet das Nachtwerk in Karlsruhe –
manchmal verirren wir uns dorthin, wenn es
der Geldbeutel zuläßt. Außerdem ist mir der
Clubbetreiber sehr sympathisch ! 😉
+ -> www.nachtwerk-musikclub.de +

Früher waren wir aber definitiv öfter
unterwegs als heute – was an privaten
Umständen liegt. Daher möchte ich an dieser
Stelle nicht noch tausend weitere Locations
aufzählen, die ich schon seit Ewigkeiten
nicht mehr von innen gesehen habe.
Gelegentlich landen wir zB partytechnisch
im Rhein-Main-Gebiet – zu erwähnen sind
unter anderem in dem Zusammenhang das
Final Destination in Frankfurt, das KUZ in Mainz
sowie das urige Steinbruchtheater in Mühltal,
welches man entweder auf Anhieb liebt oder
sofort abgrundtief haßt und wo es ein wenig
alternativer zugeht als in anderen Clubs.

Ab und zu unternehmen wir auch privat etwas
mit Freunden oder Bekannten. Kinobesuche
stehen bei uns immer hoch im Kurs, ebenfalls
schön finde ich gemütliche Nachmittage und
Abende in Kneipen. Dort kann man sich so
wunderbar in aller Ruhe über Gott und die
Welt unterhalten…

Insgesamt kann ich mich hier jedenfalls nicht
über einen Mangel an Ausgehmöglichkeiten
beklagen, es gibt in unserer Region genügend
schwarze Veranstaltungen und ich lebe inmitten
einer großen Discolandschaft. Bei mir spielen
eher die Faktoren Zeit und Geld eine
entscheidende Rolle. Und nicht selten versumpft
man eben auch einfach mal daheim oder mir
kommt gerade ein Fotoshooting dazwischen. 😉

+ Zum Projekt „Gothic Friday“ auf Spontis Weblog +
+ www.spontis.de +



Siehe auch :
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im November +
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im Oktober +
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im September +

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Im Januar wurde auf www.spontis.de eine
Mitmachaktion ins Leben gerufen, die sich
hauptsächlich an Blogger aus der schwarzen
Szene richtet. Im Rahmen des Projektes gibt
es daher jeden Monat eine neue
themenbezogene Frage.


+ Foto : Birgit Heidrich +

Die Frage im November lautet :
Woran glaubst Du ?

Als Atheistin glaube ich an kein höheres Wesen –
also weder an den himmlischen Vater, noch
an Satan, noch an irgendwelche anderen
Gottheiten. Das Thema Religion spielt in
meinem täglichen Leben somit also auch schon
seit vielen Jahren keine große Rolle mehr. Ich
brauche darüber hinaus nicht die Vorstellung
in meinem Kopf, daß uns „irgendjemand da
oben“ beschützt oder daß „irgendjemand über
uns wacht“, um ein glückliches Leben zu führen.

Natürlich ist unsere Gesellschaft hierzulande
überwiegend christlich geprägt, was auch mich
beeinflußt. So feiere ich Weihnachten und
Ostern und bin in einem evangelischen
Elternhaus aufgewachsen. Was für mich früher
bedeutete, daß ich in den Kindergottesdienst
geschickt wurde und sonntags in die Kirche
gehen mußte. Vor allem mein Vater war schon
immer sehr gläubig. Später, als Zwölfjährige,
trat ich dann für kurze Zeit einer freien
Gemeinde in Kassel bei – angesprochen hatte
mich damals das vergleichsweise lockere
Konzept sowie das Jugendprogramm, welches
man dort anbot. Ich war irgendwann innerlich
sogar fast soweit, tatsächlich an eine höhere
Macht zu glauben – alles war sehr überzeugend,
ich fühlte mich aufgehoben und zweistündige
Gottesdienste mit viel Musik und Gesang taten
ihr Übriges. Dann zog meine Mutter mit mir
um nach Ladenburg. Dieser Schnitt kam für
mich sehr plötzlich und riß mich jäh aus der
christlichen Gedankenwelt der nordhessischen
Freikirche. Rückblickend fühlte ich mich wie
nach einer Gehirnwäsche, aus der ich nun
allmählich aufwachte – und seither bin ich
quasi immun gegen jegliches Religiöse. Das
Vertrauen in ein himmlisches Wesen verlor
ich komplett.

Trotzdem habe ich mich konfirmieren lassen –
der Pfarrer wußte allerdings bereits früh über
meinen Nichtglauben bescheid und sah das
locker. Ich genoß derweil die Jugendfreizeiten
und kaufte mir später von dem Geld, das ich
von Verwandten und Freunden zugesteckt
bekam, eine vernünftige Stereoanlage, an der
ich noch lange meine Freude hatte. Nach
meiner Konfirmation kehrte ich der Kirche
weitgehend den Rücken.

Aus meiner Sicht existiert Gott ausschließlich
in den Köpfen der Gläubigen, er ist meiner
Meinung nach eine Erfindung der Menschheit –
ein Gedanke, der sich vielerorts manifestieren
und ausbreiten konnte, ein trostspendendes
und allgemein anerkanntes Hirngespinst, wenn
man so will. Und eines, das unseren Urvätern
möglicherweise als Erklärung für bestimmte
Phänomene diente. Wie sonst hätten sie
beispielsweise ein Gewitter deuten sollen ?
Da mußte ja ganz klar eine höhere Macht im
Spiel sein, die gerade ihrem Zorn Ausdruck
verlieh. Auch in schwierigen Lebenslagen
klammern sich manche Personen sehr an ihren
Glauben – was nicht unbedingt schlecht sein
muß, solange er ihnen wieder neue Zuversicht
gibt, sie innerlich stärkt und ihnen seelischen
Rückhalt verleiht. Religion kann sich also
durchaus überwiegend positiv auswirken –
allein unsere Vorstellungskraft kann schon
so manches in uns bewegen. Ganz unabhängig
davon, ob Gott nun tatsächlich existiert
oder nicht.

Man kann sich natürlich fragen, wie wohl das
Weltall enstanden sein könnte. War hier ein
höheres Wesen am Werk oder kam all dies rein
zufällig ? Hätte eine derart perfekte Welt wie
die Erde einfach so, ohne das Zutun einer
göttlichen Macht, entstehen können ? Mit all
ihren erstaunlichen Naturgesetzen usw ? Und
was genau befindet sich eigentlich außerhalb
unseres Universums, welches sich ja immernoch
kontinuierlich ausdehnt und sich fortwährend
verändert ? Gibt es Wurmlöcher oder gar
komplette Paralleluniversen ? Vieles davon
übersteigt gegenwärtig ganz klar unseren
Verstand und manches werden wir
wahrscheinlich niemals herausfinden – so sehr
sich die Wissenschaft auch bemüht. Astronomen
forschen fortlaufend und bringen neue
Erkenntnisse ans Licht – über die Sterne,
über Planeten, über Pulsare und schwarze
Löcher… Aber werden wir irgendwann das
unvorstellbar riesige Gebilde, das uns umgibt,
wirklich vollständig begreifen können ?
Und gibt es eventuell Außerirdische, die sich
genau die gleichen Fragen stellen wie wir ?
Gibt es Leben auf dem kleinen blauen Punkt
am Horizont ?

Fakt ist : Wir wissen es einfach nicht. Und
niemand auf der Erde kann die Existenz Gottes
beweisen oder widerlegen. Hier steht Glaube
gegen Nichtglaube. Angehörige beider
Fraktionen müssen sich also gegenseitig
tolerieren und respektieren. Ich finde es
erschreckend, wenn mir Religionsfanatiker
„erkenne die Wahrheit !“ zurufen oder mir gar
ihre Weltanschauung zwanghaft einimpfen
wollen. Das ist anmaßend und arrogant.
Denn „glauben“ heißt ja nicht automatisch
auch „wissen“. Aber manche Menschen
scheinen genau dies in bestimmten Fällen
zu vergessen. Ich vermute, daß es keine
höhere Macht gibt. Kann ich das zweifellos
untermauern ? Nein. Haben die Schweizer
das Weltall erfunden ? Mitnichten
( soviel kann man schonmal sagen ). 😉

Dann bin ich, wie viele bereits wissen, ja noch
ein großer Fantasy- und SciFi-Fan, bin gern im
Star Trek-Universum „unterwegs“, schaue mir
Star Wars an und zahlreiche andere Filme dieser
Art, lasse mich bereitwillig in fremde Galaxien
entführen… Der Kosmos fasziniert mich schon
seit meiner Kindheit und läßt meine Fantasie
auf Reisen gehen. Früher hatte ich viele
Wissenschaftsbücher, die mir die Sterne, die
Planeten und unser Sonnensystem erklärt
haben. Und den Aufbau unseres eigenen
Himmelskörpers fand ich ebenfalls stets
interessant. Vulkane, Erdbeben, Stürme…
Spannend ! Ich liebe auch entsprechende
Naturdokus im Fernsehen – was passiert,
wenn eines Tages der Yellowstone ausbricht ?
Welche Auswirkungen wird dies wohl auf das
globale Klima haben ? Wahnsinn ( ich möchte
Derartiges aber nicht erleben )… !

Das Thema Religion finde ich aus heutiger Sicht
dennoch generell nicht unspannend und
manchmal lasse ich mich sogar geistig darauf
ein – wenn ich zB Mystery-Serien wie
„Supernatural“ schaue, in denen Gott, der
Teufel, Engel und Dämonen definitiv existieren
und miteinander interagieren. Dann ist das eben
so. Ich zweifle das in dem Moment nicht an.
Und auch zahlreiche Filme spielen ja durchaus
gern mit solchen Elementen. Selbstverständlich
handelt es sich hierbei meiner Meinung nach
um pure Fiktion. Aber das ist mir dann völlig
egal, ich lasse mich mireißen und tauche
komplett ein in die jeweilige Fantasiewelt.
Manches bleibt eben am Ende doch ein Mythos,
fasziniert allerdings zeitweise ungemein. 😉

Weiter geht es mit der nächsten Frage
im Dezember ! 🙂

+ Zum Projekt „Gothic Friday“ auf Spontis Weblog +
+ www.spontis.de +



Siehe auch :
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im Oktober +
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im September +
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im August +

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Im Januar wurde auf www.spontis.de eine
Mitmachaktion ins Leben gerufen, die sich
hauptsächlich an Blogger aus der schwarzen
Szene richtet. Im Rahmen des Projektes gibt
es daher jeden Monat eine neue
themenbezogene Frage.

Dieser „Gothic Friday“ allerdings ist anders –
denn hier schreibe ich heute ausnahmsweise
einmal nicht über mich ! Diesmal ging es darum,
eine andere Person aus der schwarzen Szene zu
interviewen. Shan Dark und Robert von Spontis
gaben dazu bereits 5 Fragen fest vor, maximal
5 weitere sollten wir uns zusätzlich für unseren
Gesprächspartner ausdenken.

Wie es der Zufall so will, war ich vor kurzem auf
einem kleinen Usertreffen der Onlinecommunity
Dunkles Leben“ in Heidelberg. Dort lernte ich
unter anderem Alex aus Nordrhein-Westfalen
kennen, die sich im Internet „Tinúviël“ nennt –
wir haben uns wirklich sehr nett unterhalten
und die Frau ist mir einfach extrem sympathisch.

Die Frage im Oktober lautet :
Interview mit einem Goth – welche
Ansichten vertritt Tinúviël, wie gestaltet
sie ihr Szeneleben ?




1. Warum trägst Du schwarz ?

Es gibt mir das Gefühl der Zugehörigkeit zur
Schwarzen Szene. Ja, natürlich kann man auch
provozieren, das alles steht aber nicht an erster
Stelle. Ich hab schon immer gern schwarz
getragen, ich fühl mich einfach wohl in
schwarzen Klamotten. Schwarz schenkt mir
Geborgenheit. Schwarz hat etwas Edles,
teilweise Verruchtes. Wobei ich nicht
grundsätzlich NUR schwarz trage, ich setz auch
gern zwischendurch Akzente mit anderen
Farben, wobei Lila und Rot überwiegen.
Aber richtig ICH bin ich nur in schwarz…

2. Wann und wie bist Du in
die Szene gekommen ?


Wenn ich so zurückblicke, könnte man sagen,
ich bin schon immer „schwarz“ gewesen. Ich
war schon immer „anders“, schwamm nie mit
dem Strom, hatte mein eigenes Weltbild,
konnte mit den Oberflächlichkeiten meiner
Mitmenschen nie viel anfangen. Nur ausleben
konnte ich es anfangs nicht. Meine Familie
ist streng religiös ( Zeugen Jehovas ) und
lange Zeit hab ich gedacht, daß dies auch
mein Lebensweg sein würde. Schwarz zu sein
wurde direkt mit Satanismus gleichgesetzt,
obwohl das kompletter Blödsinn ist. Mit 17
kam es dann doch zu einem Wandel. Mein
damaliger Freund hat mir gezeigt, was es
heißt, WIRKLICH zu leben. Ich schmiß die
Religionssache, zog mit 18 von zu Hause aus
und dann kamen noch viele „Stationen“ in dieser
Zeit bis heute, die ich durchlaufen habe, um
mich selbst zu finden. Da war unter anderem die
Hip Hop-Phase, die Mainstream-Phase, die
Electro-Phase…. Was man als junger Mensch
halt so „toll“ findet, wenn der Freundeskreis
ebenfalls dementsprechend „drauf ist“.

Auf die Schwarze Szene bin ich eigentlich eher
unbewußt und total unspektakulär gestoßen.
In meiner Klasse gab es ein Zwillingspärchen,
die sich eine ziemlich lange Zeit ( so 7. / 8. Klasse
bis zum Ende der Schule ) mit der damaligen
„Grufti“-Kultur auseinandergesetzt haben und
auch dementsprechend herumliefen. Undercut,
schwarze Klamotten, zerrissene Strumpfhosen,
Sicherheitsnadeln im Ohr… So was halt. Ich fand
es super, aber getraut, mich intensiver damit
auseinanderzusetzten, hab ich mich trotzdem
nicht ( lacht ). In der Berufsschule hab ich
dann Bekanntschaft mit einem Mädel gemacht,
die aktiv in der schwarzen Szene unterwegs war,
ihr Freund war Satanist und spielte in einer
Death Metal-Band. Mit den beiden hab ich mich
nächtelang über Gott und die Welt unterhalten,
sie haben mir auch die Musik etwas näher
gebracht. Es gab damals dieses Lied von HIM,
„Join me“… In dieses Lied hab ich mich von
Anfang an verliebt. Da fing ich an, bewußter
nach Musik zu suchen, die mir gefiel. Das war
damals vor allem Wolfsheim und Nightwish.

Mein Dad hat schon immer gern Metallica und
die frühen Rock-Sachen gehört. Ich denk, auch
das hat mich zum Teil mit geprägt. Ja, ich denke,
man kann sagen, ich war zuallererst ein reiner
„Musik-Grufti“ in normaler Stino-Kleidung mit
ganz normalen Wünschen und Zielen ( lacht ).

Der „Durchbruch“ kam erst sehr viel später,
vor 4 Jahren um genau zu sein. Ich hatte einige
schwere und verrückte Beziehungen hinter mir,
die mich ziemlich mitgenommen haben. Dann
der Familienzwist wegen der Religionsfrage,
die zwar mittlerweile gut 13 Jahre zurückliegt,
aber nach wie vor aktuell und nicht immer leicht
zu ertragen ist. Ich bin seit dem Ende meiner
Lehrzeit auch öfter umgezogen, hauptsächlich
wegen der Arbeit und hab deswegen nie
großartig viel emotionale Bindung zu meiner
Umgebung und zu den Menschen, mit denen ich
zu tun hatte, aufgebaut. Kurz gesagt, ich
hatte außerhalb meiner damaligen Beziehungen
kaum soziale Kontakte, die mir wichtig waren,
die mich aufgebaut haben und mit denen ich
mich identifizieren konnte.

Als vor 4 Jahren die letzte Beziehung in die
Brüche gegangen ist, hab ich erst richtig
gemerkt, wie einsam und verfahren mein
bisheriges Leben eigentlich ist. Ich hatte nie
das Gefühl, irgendwo WIRKLICH zu Hause zu
sein, irgendetwas fehlte, und zwar grundlegend.
Da mir alles andere im Leben nicht wirklich viel
gebracht hat, wollte ich es intensiver mit der
Schwarzen Szene versuchen, da ich diese Szene
schon immer interessant fand und ich endlich zu
mir selbst finden wollte. Ich hab mich dann bei
diversen Gothic-Boards angemeldet und
versucht, übers Internet Kontakte zu knüpfen.
Einige dieser Kontakte sind mittlerweile meine
besten Freunde, die ich nie wieder missen
möchte. Ich bin endlich ZU HAUSE
angekommen, ich kann mir nichts anderes
mehr vorstellen. Ich bin aufgeblüht, ich bin
gelassener geworden, ich tue, was MIR
gefällt, ich lebe seit 4 Jahren intensiv
DAS Leben, was ich von Anfang an hätte führen
sollen… Seitdem ist „Schwarz zu sein“ zu
einer Lebenseinstellung geworden, zu der ich
stehe und bei der ich mich wohl fühle.
Am Anfang noch recht zaghaft, ist es mir
mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen.
Es gibt kaum noch Tage, an denen ich mich
zurücknehme. Ich bin, wie ich bin und zeige
das auch. Egal ob auf Arbeit oder ob ich mich
mit „normalen“ Freunden treffe.



3. Hast Du viele Freunde, die auch
„schwarz“ sind oder bewegst Du Dich
eher in einem „bunten“ Umfeld ?


Mittlerweile hab ich hauptsächlich schwarze
Freunde und ich geh auch ausschließlich
„schwarz“ aus, weil mir alles andere keinen
Spaß ( mehr ) macht und ich mich auf „bunten“
Partys einfach nicht wohl fühle. Ich hab
natürlich auch „bunte“ Freunde, teils durch
Bekanntschaften unter Freunden oder
Überbleibsel aus früheren Beziehungen und
Freundeskreisen, aber meine Freizeit
verbringe ich zum größen Teil mit meinen
schwarzen Freunden.

4. Welche Musikrichtungen innerhalb
der dunklen Subkultur hörst Du ? Hast Du
bestimmte Lieblingsbands ?


Mein Musikgeschmack hat sich in den letzten
Jahren stark weiterentwickelt. Anfangs dachte
ich noch, man könne mich am besten im
Bereich Metal einordnen. Mittlerweile sind
immer mehr Gothic- und EBM-Bands
dazugekommen und auch im Industrial-Bereich
gibt es einiges, was mir gefällt. Aber den
rockigen Bereich werde ich immer bevorzugen,
ich mag „handgemachte“ Musik, ich liebe gute
Drum-Solos und Gitarren-Einlagen. UND ich bin
eine absolute Stimmfetischistin ( lacht ).
Ich mag besonders gern die klassischen
Instrumente wie Cello und Bass. Auch im
Bereich Mittelalter gefällt mir dies und das.
Es läßt sich nicht verallgemeinern, was ich
besonders mag und was ich gar nicht mag.
Jedes Genre hat Sahnestücke, die mir gut
gefallen. Die einen mehr, die anderen weniger.

Ich würde es eher stimmungsabhängig machen,
welche Musik mir am ehesten zusagt. Es gibt
Zeiten, da kann es nicht schrammelig und laut
genug sein ( Rammstein, Megaherz, Amorphis,
Nightwish, Sirenia, Tristania, Eluveitie, Therion,
The LoveCrave, Apocalyptica, Haggard… ) und
dann wieder gibt es Phasen, in denen ich es
lieber ruhiger mag ( Golden Apes, Diary of
Dreams, Schandmaul, Letzte Instanz, Clan of
Xymox… ). Dann kommen die Phasen, in denen
ich fast nur alte Sachen oder rein Gothic höre
( And One, Depeche Mode, The Cure, Theatre of
Tragedy, Faith and the Muse, Samsas Traum,
Anne Clark, Deine Lakaien… ). Ich mag auch
klassische Musik, besonders nach einem
anstrengenden Tag oder zur Entspannung
( Mozart, Debussy, Tschaikowski, Neo Klassik…).


Zum Tanzen mag ich es auch gern mal
elektronisch ( Absurd Minds, Covenant,
Wynardtage, Solitary Experiments, :SIDT:… ).
Ich liebe Mittelalter-Märkte und das Flair
und die Musik dort ( Subway to Sally, Rapalje,
Die Streuner, Saltatio Mortis, Omnia, Ignis Fatuu,
Faun… ) und auch im Bereich Folk gibt es das
ein oder andere, was ich gern mag ( Fiddlers
Green, The Real McKenzies… )

Ich denke, alle Bands, die ich jetzt mit
aufgeführt hab, könnte man auch gut als
Lieblingsbands bezeichnen.

5. Besuchst Du außerhalb von Festivals
und Konzerten auch andere kulturelle
Veranstaltungen mit schwarzem Charakter
( Lesungen, Ausstellungen, Museen ) oder
steht für Dich nur die Musik im Vordergrund ?


Leider viel zu selten, was wohl hauptsächlich
daran liegt, daß ich kein Auto habe und immer
ein wenig auf andere angewiesen bin, wenn es
um Unternehmungen geht, die weiter weg sind
oder auf den Abend fallen, so dass ich mit
öffentlichen Verkehrsmitteln einfach
aufgeschmissen bin. Lesungen hab ich bisher
noch gar nicht besucht, ist jetzt aber auch nicht
so meins. Aber ich interessiere mich sehr für
Schlösser und Burgen und den dazugehörigen
Gärten, genau so wie für historische Städte und
ich versuche einfach, so oft ich Zeit finde, mir
schöne Orte anzuschauen. Dazu zählen für mich
auch Friedhöfe, nicht um ein „Klischee“ zu
erfüllen, sondern einfach weil es für mich
friedliche Orte sind, magische Orte mit
Geheimnissen und Geschichten. Ansonsten ist
Musik für mich natürlich sehr wichtig, wobei ich
persönlich nicht jedes Festival mitnehmen muß,
was zum „guten Ton“ der Schwarzen Szene
gehört. Ich war zum Beispiel noch nie auf dem
WGT, einfach weil es mir zu teuer ist.
Irgendwann einmal möchte ich es mir
natürlich gern mal anschauen, aber sollte es
nicht klappen, bin ich nicht unglücklicher
deswegen…



6. Siehst Du Dich selbst als Gothic ?

Ich sehe mich eher als Schwarzromantikerin.
Jeder Stil innerhalb dieser Subkultur, sei es
Barock, ( Neo- )Viktorian, Lolita, ( Steam- )Punk,
Mittelalter oder Metal, hat seinen eigenen
Reiz und ich wandele gern zwischen den Reihen.
Ich denke, so wie es in meinem bisherigen
Leben Phasen der Selbstfindung und
Weiterentwicklung gegeben hat, wird es diese
auch weiterhin geben. Vom Denken und
Handeln her würde ich mich aber schon als
Goth bezeichnen, ja… Doch…

7. Wie reagiert Dein Umfeld im Alltag auf
Dich, wenn Du in schwarzer Kleidung auf
die Straße gehst ?


Das ist total unterschiedlich. Im Alltag fällt es
nicht weiter auf, es sei denn, ich hab grad einen
meiner „extremen Grufti-Tage“. Dann gucken
die Leute natürlich schon etwas komisch, weil
sie mich nicht sofort zuordnen können. Es
kamen auch schon mal Sprüche wie : „Soll ich
dir ne Packung frischer Rasierklingen besorgen?“
oder „Jetzt kommt der Tod“ und solche Sachen.
Primitiv eben… Aber so im Allgemeinen hab ich
keine Probleme in der Öffentlichkeit. Auf Arbeit
komischerweise auch nicht, von Anfang an nicht.
Klar, manchmal kommen ein paar Spitzen vom
Chef, besonders dann, wenn ich doch mal was
Farbiges zum Schwarz kombiniert hab. Das fällt
dann schon auf. Irgendwann hat er mich auch
mal gefragt, ob ich in Trauer lebe ( lacht ). Ist
aber alles harmlos und eher witzig gemeint.
Probleme hab ich mit meinem Äußeren noch nie
gehabt und da bin ich meinem Chef auch sehr
dankbar für. Ich muß dazu sagen, die Meinung
oder Reaktion anderer Leute hat mich noch nie
sonderlich interessiert und ich achte da auch
kaum drauf.


Anders sieht es aus, wenn ich mich „aufrüsche“
um wegzugehen. Da ich kein Auto hab, muß ich
natürlich mit Bus und Bahn fahren. Es ergibt
sich nicht immer die Möglichkeit, daß ich mich
bei Freuden umziehen kann, sondern muß das
zu Hause machen. Dann merkt man schon, daß
man regelrecht angestarrt wird. Teilweise wird
auch getuschelt, meist sind es junge Mädels,
die die Köpfe zusammenstecken und anfangen
zu kichern. Es kommt auch schon mal vor, daß
die Gardinen zurückgezogen werden und die
Leute heimlich einen Blick riskieren. Ist halt
doch alles etwas konservativ hier auf dem Land.
Da kommt man sich manchmal ein bißchen vor
wie im Zoo. Aber sobald ich in Duisburg,
Dortmund oder Köln aus dem Zug steige, ist
das Gefühl meist auch schon wieder vergangen.
Da merkt man direkt, man ist in der ( Groß- )
Stadt angekommen. Wir „Schwarzen“ gehören
dort schon fast zum Stadtbild, es ist nichts
Unnormales mehr. Das liebe ich so an NRW.



8. Was würdest Du Dir in oder für die
schwarze Szene wünschen, damit sie
( noch mehr ) Deinen Vorstellungen
entspricht ? Was stört Dich, was fehlt ?


Ich find es schade, daß der Ursprung der Szene
allmählich verdrängt wird durch Einflüsse aus
anderen Szenen. Man merkt es daran, daß sich
die Älteren immer mehr zurückziehen, um den
jungen Leuten Platz zu machen. Diese wiederum
prägen die Szene mit ihren eigenen Ansichten,
Vorlieben und Auslegungen. Das macht die
Szene allmählich zu einem Sammelbecken für
Individuen, die nirgendwo anders reinpassen
und sich dann innerhalb der Schwarzen Szene
verwirklichen. Nimm nur das Beispiel Cyber.
Ich habe nichts gegen diese Menschen, denn sie
sind auf ihre eigene Art speziell und leben ihr
Leben. Das ist gut. Ich find es nur schade, daß
die Szene sich immer mehr diesem „Trend“
hingibt und dabei ihren Ursprung verliert.
Es gibt kaum noch Clubs, in denen kein
Industrial gespielt wird. Im Gegenteil, wenn
überhaupt, dann werden speziell Dark 80er-
oder Ü30-Partys ins Leben gerufen, die ein
paar Mal im Jahr stattfinden, wo man halbwegs
vom Elektrogestampfe mit Step Aerobic-
Einflüssen verschont bleibt. Meist herrscht
auch schwarzer Dresscode, so daß man sich
nicht an Neongelb oder Neonpink die Augen
verblitzt. Ich würde es toll finden, wenn
wieder mehr Gothic statt Loveparade zelebriert
werden würde.

9. Was schätzt Du ganz besonders an der
schwarzen Szene ?


Daß alle friedlich miteinander auskommen.
Es gibt kein Konzert, keinen Club-Besuch,
kein Festival, auf denen es zu irgendwelchen
Ausschreitungen oder Pöbeleien kommt.
Alle sind höflich, gesittet und freundlich.
Man kann sich einfach entspannen und die Zeit
genießen, ohne daß man blöd angemacht wird
oder sich fremdschämen muss, wie es leider
viel zu oft bei anderen Gruppierungen
der Fall ist.

10. Du hast einen sehr interessanten
Usernamen – welche Bedeutung hat er ?


Tinúviël ist ein elbischer Frauenname und
heißt übersetzt „Tochter der Dämmerung“.
Ich wollte einen speziellen Namen, der sich
schön anhört und zu mir paßt. So bin ich auf
Elbisch gekommen. Ich glaube, es war Sindarin.
Der Name hat mir sofort zugesagt und im
Grunde bin ich ja auch genau das : Eine
Tochter der Dämmerung. Denn ich liebe die
Dunkelheit, ich fühl mich geborgen und
unbeobachtet. Es ist gemütlich und still…

Als Tinuviel wird auch die Nachtigall
bezeichnet. Leider hab ich sehr wenig von
einer Nachtigall, ich bin nämlich absolut
unmusikalisch 😉



Weiter geht es mit der nächsten Frage
im November ! 🙂

+ Zum Projekt „Gothic Friday“ auf Spontis Weblog +
+ www.spontis.de +



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hauptsächlich an Blogger aus der schwarzen
Szene richtet. Im Rahmen des Projektes gibt
es daher jeden Monat eine neue
themenbezogene Frage.


+ Foto : Tobias K. +

Die Frage im September lautet :
Ist Gothic Dein Lebensstil oder sogar
Deine Lebenseinstellung ?


Ich würde schon sagen, daß mein Lebensstil
größtenteils schwarzer Natur ist – ich kann mich
mit dem Thema Gothic sehr stark identifizieren
und finde mich selbst oft darin wieder, fühle
mich in dunkler Gesellschaft gut aufgehoben.
Das ist einfach genau mein Ding und ich könnte
es mir kaum vorstellen, irgendwann einmal nicht
mehr dieser wunderschönen und vielschichtigen
Subkultur anzugehören. Mir ist es daher auch
sehr wichtig, meine Gesinnung offen nach außen
zu tragen, niemals würde man mich im Alltag
beispielsweise in Normalo-Klamotten antreffen
( bei Fotoshootings sieht die Sache dann wieder
etwas anders aus – dort schlüpfe ich ganz gern
mal in nichtschwarze Rollen ). Wobei ich im
bunten Schlafanzug natürlich innerlich auch kein
anderer Mensch bin als in maximalpigmentierter
Wäsche. Letztere paßt aber eindeutig am besten
zu mir und ich fühle mich in meiner schwarzen
Kleidung ausgesprochen wohl. 😉

Ist Gothic aber auch meine Lebenseinstellung ?
Hier würde ich, nachdem ich den Artikel dazu
auf Wikipedia gelesen habe, zunächst sagen :
Jein. Die Szene hat mich schon in manchen
Bereichen nachhaltig geprägt. Ich wurde durch
sie offener und selbstbewußter, sah vieles mit
der Zeit gelassener, betrachtete bald einige
Dinge aus völlig anderen Perspektiven,
entwickelte meinen eigenen Stil, fand zu mir
selbst. Meine Charakterzüge hatten sich
allerdings bereits vor meinem Eintritt in die
dunkle Subkultur weitgehend ausgeformt – ich
war nur sehr schüchtern, wußte nicht so recht,
wohin ich gehörte und litt unter einem geringen
Selbstwertgefühl.

Extrem beeinflußt durch die Szeneangehörigkeit
wurde allerdings mein Musikgeschmack.
Nachdem ich anfing, dunkleren Klängen zu
lauschen, schwor ich praktisch allem ab, was
mir früher gefallen hatte. Ich konnte damit
schlichtweg nichts mehr anfangen. Seither höre
ich ausschließlich Sachen aus dem schwarzen
Bereich, alles andere interessiert mich kaum
noch. Zu meinem Leidwesen sieht das mein
Freund etwas anders – er bezeichnet sich
selbst oft als „Teilzeitgruftie“ und wählt auch
ganz normale Radiosender an. Ich bekomme,
wenn ich diesem Popmusik-Gedudel zu oft oder
zu lange ausgesetzt bin, in regelmäßigen
Abständen die Vollkrise. Das kann ich wirklich
nur an manchen Tagen einigermaßen ertragen,
manchmal schalte ich auch auf Durchzug oder
gehe einfach aus dem Zimmer. Beinahe
unerträglich finde ich es, wenn mein Schatz
und ich fernsehen und er beim Zappen während
der Werbepausen auf bestimmten Musikkanälen
hängenbleibt – denn für mich fühlt es sich
dann so an, als würde man meine Gehörgänge
vergewaltigen. Das geht einfach gar nicht. 😉

Dennoch würde ich mich selbst allgemein als
ziemlich tolerant gegenüber anderen Menschen
bezeichnen. Jeder darf so leben, wie er das
möchte und in seiner Façon glücklich werden.
Und in meinem Freundes-und Bekanntenkreis
tummeln sich ja auch nicht nur Gothics. Ins
Gespräch kommt man schließlich im Leben mit
den unterschiedlichsten Leuten – und mit
manchen versteht mit sich auf Anhieb und
manche will man umgehend zum Mond schießen.
Das ist hochinteressant und keinesfalls davon
abhängig, ob die jeweilige Person nun der
dunklen Subkultur angehört oder nicht.

Etwas „engstirniger“ sehe ich das, wenn ich eine
feste Beziehung eingehe. Mein Partner muß
unbedingt ebenfalls in der schwarzen Szene sein
und es ist äußerst wichtig für mich, daß wir
gewisse Interessen teilen und ungefähr auf einer
Wellenlänge liegen. Gegensätze ziehen sich
meiner Meinung nach nicht an, die gemeinsame
Basis muß einfach stimmen. Meinen Freund habe
ich 2004 in einer Karlsruher Gothicdisco
kennengelernt – daß er im Alltag oft in bunten
Klamotten herumläuft, habe ich erst später
festgestellt. Anfangs hatte ich damit große
Probleme und er zog sich mir zuliebe in den
ersten Monaten dunkle Kleider an, wenn wir
zusammen unterwegs waren. Inzwischen habe ich
mich weitgehend damit arrangiert, daß wir meist
völlig unterschiedlich aussehen, wenn wir das
Haus verlassen. Manchmal finde ich das aber
schon ein wenig schade – vor allem dann, wenn
ich andere Paare in schwarz sehe, die ihr
Lebensgefühl offenbar voll und ganz miteinander
teilen in perfekter Harmonie. So würde ich mir
das eigentlich ebenfalls wünschen.

Möglicherweise ist Gothic für mich eben doch
auch eine Lebenseinstellung und nicht nur ein
Lebensstil. Ich fühle mich jedenfalls mit der
Szene tief verbunden und seelisch in ihr
verwurzelt. Die dunkle Subkultur ist schlichtweg
mein Zuhause ! Trotzdem unterscheide ich mich
in vielen Belangen des Alltags natürlich nicht
wesentlich von „normalen Leuten“, denn auch
mich plagen ganz banale Alltagssorgen, ich gehe
sogar Hobbies nach, die andere Menschen als
spießig bezeichnen würden ( ich spiele zB gern
Minigolf und löse Kreuzworträtsel ).

Weiter geht es mit der nächsten Frage
im Oktober ! 🙂

+ Zum Projekt „Gothic Friday“ auf Spontis Weblog +
+ www.spontis.de +



Siehe auch :
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im August +
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im Juli +
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im Juni +

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Im Januar wurde auf www.spontis.de eine
Mitmachaktion ins Leben gerufen, die sich
hauptsächlich an Blogger aus der schwarzen
Szene richtet. Im Rahmen des Projektes gibt
es daher jeden Monat eine neue
themenbezogene Frage.


+ Foto : Isabel Großer ( www.grosser-photography.de ) +

Die Frage im August lautet :
Top of the Goth ( Teil 2 ) – welche 5 Bücher
liegen Euch besonders am Herzen ?


Diese Frage ist für mich nicht leicht zu
beantworten, denn ich lese schon seit langem
praktisch keine Bücher mehr. Früher hatte ich
schon manchmal eines in der Hand – in meiner
Kindheit habe ich mich beispielsweise viel mit
Astronomie und unserem Sonnensystem
beschäftigt, mit dem Aufbau unserer Erde und
mit Naturwissenschaften allgemein. Dann schaute
ich mir gern allerlei Tierarten ( am liebsten auf
großformatigen Fotos ) in Bildbänden an, besaß
zudem eine umfangreiche Enzyklopädie diverser
Katzenrassen. Spannend fand ich auch das Thema
Medizin – so blätterte ich schon als Zwölfjährige
des öfteren in einem Buch namens „Mein Körper –
mein Leben“ herum. Ganz normale Romane
mochte ich natürlich ebenfalls. Die Geschichte
eines mallorquinischen Katers namens Moreno
zog mich Mitte der 90er sehr in ihren Bann,
in der Schule behandelten wir derweil unter
anderem „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt.
Ganz großartiger Stoff !

Allmählich aber ebbte mein Interesse an Büchern
ab und ich las verstärkt Zeitschriften. Inzwischen
bevorzuge ich Magazine wie „Der Spiegel“, „Stern“
oder „Psychologie Heute“. Wirklich gut finde ich
auch „ZEIT Wissen“ oder „Geo“, die ich mir beide
aber momentan eher selten leiste. Weil ich
außerdem gern Kreuzworträtsel löse, hole ich mir
regelmäßig die kostenlose „Apotheken Umschau“
( die allgemein ja gern als „Rentnerbravo“
verschrien wird, inhaltlich aber gar nicht mal so
schlecht ist ). Ich hatte auch nichts dagegen,
mir vor ein paar Jahren von meiner Mutter aus
dem gleichen Grund Hefte wie „Die Aktuelle“ oder
„Freizeit Revue“ unterschieben zu lassen – in
beiden findet sich ein guter und umfangreicher
Rätselteil. Nebenbei kannte ich mich so eine Weile
bestens mit den europäischen Königshäusern
sowie dem neuesten Promiklatsch aus. 😉

Dann kaufe ich mir natürlich hin und wieder noch
Szenemagazine wie den „Dark Spy“ oder den
„Sonic Seducer“.


+ Foto : Martin Black ( www.art-in-black.de ) +

Bonusrunde :
Welche 5 schwarzen Internetseiten sollte
jeder Gothic schon einmal besucht haben ?


1. Spontis Weblog :
Logisch, daß ich diese Website hier mit aufzähle –
immerhin ist der „Gothic Friday“ ja auch ein
Projekt der Spontis-Macher. Aber davon mal
abgesehen : Ich schaue hier jeden Tag kurz
vorbei, es gibt viele interessante Artikel
und Diskussionen, alles ist sehr authentisch.
Wirklich lobenswert !
+ -> www.spontis.de +

2. Dunkles Leben :
Derzeit meine schwarze Lieblingscommunity.
Viele nette Leute, interessante Threads,
ein wirklich sehr gutes Miteinander.
Mit Fotogalerie und Chat.
+ -> www.dunkles-leben.de +

3. resurrection: dead :
Ebenfalls eine sehr nette Gothic-Community –
mit eingebauter interaktiver „Zeitung im
Westernstil“. Der thematische Schwerpunkt liegt
auf den Bereichen Multimedia, Unterhaltung und
Freizeit, man diskutiert über Musik, TV-Serien,
Filme, Spiele und Bücher, zudem wird jeden
Monat ein neues „Daily Dead Girl“ gekürt,
welches immer viele Blicke auf sich zieht.
+ -> www.resurrection-dead.de +

4. Schwarze News :
Der Name ist Programm – hier findet man stets
aktuelle Neuigkeiten im dunklen Musikbereich,
es gibt zahlreiche CD-Reviews, Interviews und
Festivalberichte, die Website bietet einen wirklich
schönen Überblick und ist zudem noch sehr
ansprechend gestaltet !
+ -> www.schwarze-news.de +

5. DuesterModels :
Eine Plattform ausschließlich für Fotografen und
Models aus der schwarzen Szene.
+ -> www.duestermodels.de +

Nachrichten stehen bei mir übrigens auch noch
ziemlich hoch im Kurs. Diese 5 Seiten besuche
ich ( zum Teil mehrmals ) jeden Tag :

1. SPIEGEL online :
Übersichtlich, informativ und meine erste Wahl.
Besonders spannend finde ich die Rubriken
„Panorama“, „Netzwelt“ und „Wissenschaft“.
Ein ganz besonderes Schmarkerl ist für mich
allerdings „einestages“ – hier werden
Zeitgeschichten erzählt, die mich oft
wirklich faszinieren und fesseln.
+ -> www.spiegel.de +

2. n-tv.de :
Hier bevorzuge ich ähnliche Rubriken wie auf
SPIEGEL online. Die Website ist sehr übersichtlich,
die Artikel sind gut geschrieben und man kann
sich bestens über das aktuelle Weltgeschehen
informieren.
+ -> www.n-tv.de +

3. STERN.de :
Ein weiteres Nachrichtenportal, auf dem
ich regelmäßig vorbeisurfe.
+ -> www.stern.de +

4. heise.de :
Hier erfährt man immer alles Neue rund um das
Internet sowie Aktuelles über Computer, Tablets,
Smartphones und die dazugehörige Technik.
Wann gibt es eine neue Firefox-Version ? Hat der
Flash-Player mal wieder eine Sicherheitslücke ?
Für mich mittlerweile unverzichtbar. Wie konnte
ich je ohne diese Seite leben ? 😉
+ -> www.heise.de +

5. das ladenburgblog :
Regionalnachrichten. Eigentlich nur für
Ladenburger und Nachbarstädter wirklich
interessant. Manche Artikel erscheinen allerdings
auch ortsübergreifend im rheinneckarblog.
+ -> ladenburgblog.de +

Außerdem schlage ich noch vieles bei Wikipedia
nach. Fast täglich informiere ich mich hier über
irgendetwas – seien es nun TV-Serien, soeben
gesehene Filme oder Orte, an denen ich gerade
war, Personen, bestimmte Tierarten oder
Wissenschaftliches.
+ -> www.wikipedia.org +

Weiter geht es mit der nächsten Frage
im September ! 🙂

+ Zum Projekt „Gothic Friday“ auf Spontis Weblog +
+ www.spontis.de +



Siehe auch :
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im Juli +
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im Juni +
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im Mai +

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Im Januar wurde auf www.spontis.de eine
Mitmachaktion ins Leben gerufen, die sich
hauptsächlich an Blogger aus der schwarzen
Szene richtet. Im Rahmen des Projektes gibt
es daher jeden Monat eine neue
themenbezogene Frage.


+ Foto : Martin Black ( www.art-in-black.de ) +

Die Frage im Juli lautet :
Welche Symbole tragt oder verwendet Ihr
und welche Bedeutung haben sie für Euch ?


In früheren Zeiten trug ich mehr Symbole mit mir
herum als heute. An erster Stelle stand für mich
in meiner Anfangszeit als Gothic das Pentagramm.
Meine Klassenkameradin sagte mir damals,
mit einem Zacken nach oben sei dies ein
„Hexenzeichen“ und wenn man es auf den Kopf
stelle, ein „Teufelszeichen“. Ich hinterfragte
das nicht und da ich zu Beginn vor allem
provozieren wollte und mich für unglaublich
rebellisch hielt, bevorzugte ich meist die „böse“
Variante. Wirklich ernst nahm ich das allerdings
nicht. Und eigentlich fand ich den fünfzackigen
Stern auch einfach nur schön – ohne ihm dabei
innerlich zuviel Bedeutung zuzumessen.

Dann trug ich früher des öfteren umgedrehte
Kreuze. Dies sollte ausdrücken, daß gegen das
Christentum und gegen die Kirche protestierte.
Möglicherweise nahm ich diese Haltung damals
ein, weil mir mein Vater jahrelang den Glauben an
Gott regelrecht einimpfen und aufzwingen wollte.
Ohne Sinn und Verstand. Er selbst war schon
immer sehr religiös und konnte es kaum ertragen,
daß seine eigene Tochter von dem Thema nichts
wissen wollte. Also versuchte er immerwieder,
mich „zum Guten hin“ zu bekehren. Natürlich
ohne Erfolg. In meinen Augen war mein Vater
ein sturer Fanatiker, der sich in seiner Mission
heillos verrannt hatte.

Heute sehe ich ganz viele Dinge wesentlich
entspannter. Jeder darf glauben, woran er möchte
und in seiner Façon glücklich werden. Leben und
leben lassen. Die umgedrehten Kreuze habe ich
weitgehend weggepackt und trage inzwischen
sogar welche, die nicht „verkehrtherum“ hängen.
Allerdings nur, weil ich sie schön finde – vor
allem dann, wenn sie gewisse Ausmaße besitzen
und großzügig mit Glitzersteinen besetzt sind.
Ähnliches gilt für andere Symbole und diverse
Schmuckstücke – ich picke mir aus dem
allgemeinen Angebot einfach das heraus, was mir
am besten gefällt, was mich optisch anspricht.
Einen tieferen Sinn sehe ich darin eher selten.

Somit dürfte sich offenbaren, daß Symbole
in meinem persönlichen Leben eine eher
untergeordnete Rolle spielen. Ich hatte auch
nie so etwas wie einen Glücksbringer und ich
bin definitiv kein spiritueller Mensch.

Weiter geht es mit der nächsten Frage
im August ! 🙂

+ Zum Projekt „Gothic Friday“ auf Spontis Weblog +
+ www.spontis.de +



Siehe auch :
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im Juni +
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im Mai +
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im April +

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Im Januar wurde auf www.spontis.de eine
Mitmachaktion ins Leben gerufen, die sich
hauptsächlich an Blogger aus der schwarzen Szene
richtet. Im Rahmen des Projektes gibt es daher
jeden Monat eine neue themenbezogene Frage.


+ Foto : Unholy Beauty ( www.unholy-beauty.de ) +

Die Frage im Juni lautet :
Was war bisher Dein schönstes musikalisches
Live-Erlebnis, welches Konzert hat Dich einfach
umgehauen ?


Predominance ( WGT Leipzig, 2005 ) :
Eher zufällig stolperten mein Freund und ich auf
dem WGT 2005 über das Livekonzert der Band
Predominance. Ursprünglich wollten wir uns den
Auftritt von jemand anderem anschauen, wurden
aber an der entsprechenden Lokalität nicht mehr
hineingelassen – also suchten wir uns kurzerhand
ein adäquates Ersatzprogramm. Was sich im
Nachhinein als Glücksfall erwies !

Wir landeten schließlich im UT Connewitz. Dieser
Ort mutete an wie ein altes Kino oder Theater,
dessen Bausubstanz bereits massiv an Konsistenz
eingebüßt hatte – was der Location einen ganz
besonderen Charme verlieh. In dieser wunderbar
morbiden Umgebung ertönten nun Neofolkklänge.
Eigentlich ist dies nicht wirklich meine bevorzugte
Musikrichtung aber das Konzert gefiel mir dennoch
außerordentlich gut. Die Atmosphäre war der absolute
Wahnsinn, ich fühlte mich, als hätte man mich in eine
völlig andere Welt gebeamt. Es war schlichtweg
phantastisch ! Sehr surreal irgendwie.

DIVE ( DDT Lahr, März 2007 ) :
Schwer beeindruckt hat mich auch der Auftritt von
DIVE alias Dirk Ivens auf dem Dark Dance Treffen
in Lahr. An jenem Abend fungierte er mit seinem
Industrial-Projekt als Headliner. Nachts um halb drei
noch brachte dieser Mensch die Hütte zum Kochen,
er gab dem Publikum unglaublich viel Schwung und
Energie, der ganze Raum vibrierte. Der totale Hammer !

Weiter geht es mit der nächsten Frage
im Juli ! 🙂

+ Zum Projekt „Gothic Friday“ auf Spontis Weblog +
+ www.spontis.de +



Siehe auch :
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im Mai +
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im April +
+ Projekt „Gothic Friday“ – die Frage im März +

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